Du siehst Trauer in meinen Augen.? Guck genauer hin ; das ist pure Verzweiflung {!


Barfuß durch die Hölle ;!
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Eigentlich wollt' ich doch nie wieder allein sein.!

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Mich hat es bewegt...

Ich ging in eine andere Sphäre über. Ich spürte, wie eine ungeheure Energie mich grollend umhüllte, als läge ich im Düsentriebwerk einer startenden Boeing 747. Ich lag bewegungslos unter meiner dünnen roten Decke. Mit einem immer lauter werdenden Summen, das zu einem Pfeifen anstieg, als die Schwingung des Todes mich tiefer zog, löste meine Seele sich vom Körper. Ich sah etwas, das dem Inneren meiner Augenlider glich. Pfirsichfarbenes Licht milderte das intensive Gefühl des Sinkens bzw. Stürzens.
Eine krankhafte Faszination lockte mich, meinen Tod zu beobachten; ich hob meine schweren Augenlider und spürte sofort, wie eine riesige Energiewelle mich in meinen Körper zurückzog. Ich sah die dekorativen Kissen, die um mich herum auf der Couch verstreut waren. Flache schnelle Atemzüge und das Hämmern meines Herzens sagten mir, daß ich noch nicht ganz angekommen war. Na gut, dachte ich, ich würde es noch einmal versuchen müssen.
Ich schloß die Augen und wünschte den Tod herbei. Sofort sah ich etwas, das ich für das strahlende, durch meine Augenlider dringende Morgenlicht hielt, aber ich bemerkte, daß sich diesmal hellrote Linien von dem pfirsichgelben Hintergrund abhoben, die wie Dutzende winziger Straßen auf einer Landkarte durcheinanderwuselten. Gleichzeitig bewegte ich mich durch einen weichen warmen Kokon auf einen schwarzen Fleck am Ende zu. Allmählich dämmerte mir, daß ich da irgendeine Schleimhaut sehen mußte; es konnte unmöglich das Innere meiner Augenlider sein, denn ich hatte das Gefühl, als wäre mein ganzer Körper von einer warmen, angenehmen Hülle umgeben, die mir mehr Frieden und Geborgenheit vermittelte, als ich je erlebt hatte. War das der Tod?
Ich hatte immer noch den Wunsch, mich zu sehen, also öffnete ich wieder die Augen; auch diesmal wurde ich abrupt in meinen Körper zurückgesogen. Ich lag immer noch als zusammengekrümmtes Menschenbündel auf der Couch. Jetzt wußte ich, daß ich diesen Übergang vom Leben zum Tod irgendwie steuern konnte. Obwohl ich in materieller Hinsicht alles getan hatte, was zum Sterben notwendig war, hatte ich immer noch die Wahl.
Ich kniff die Augen fest zusammen und richtete meine Gedanken und meinen Willen auf den Tod. Ich war zufrieden mit mir, sogar irgendwie ausgelassen - ich konnte kaum glauben, daß ich den Mut hatte, so etwas zu tun. Das bebende Tosen nahm mich auf, und wieder wurde ich in den warmen Tunnel gesogen. Seine goldenen Wände, die mit Blutgefäßen und Kapillaren ausgekleidet waren, preßten mich zusammen, während ich mich langsam durch sie hindurchbewegte. Die Erfahrung fühlte sich vertraut an, und ich wußte, daß ich mich mein ganzes Leben lang danach gesehnt hatte, solche Liebe zu spüren.
Plötzlich empfand ich den Druck der Kontraktionen in meinem eigenen Bauch. Obwohl ich selbst zwei Kinder geboren habe, wurde mir erst später klar, was der Druck bedeutete. Ich erlebte meine eigene Geburt, meine erste Erinnerung. Ich sah sie als Beteiligte und als Beobachter. Ich spürte die Körperwärme und den Druck, der vom Inneren des Kanals ausging, und auch die Kontraktionen meiner Mutter - so, wie sie dieses freudige Ereignis vor siebenundzwanzig Jahren erlebt hatte. Als wäre ich sie, empfand ich die Ehrfurcht meiner Mutter, ihren Respekt vor dem, was da geschah. Ich spürte auch meine eigene Aufregung, meine unschuldige Liebe als neugeborenes Baby, das zum allererstenmal die Welt betritt. Es tat nicht weh. Ich erlebte nur die berauschende Euphorie der Liebe, eine wundervolle Gelassenheit, die mit wohltuender Entschlossenheit gemischt war. Meine Mutter wollte mich, und ich wollte zu ihr.
Plötzlich wurde ich heftig und schnell aus dem Tunnel ausgestoßen. Sobald ich draußen war, wurde ich gewiegt; mein Kopf ruhte fest und sicher in einer Hand. Ich sah zu einer Frau auf, aber da ich die Gefühle der Frau und des Babys hatte, wußte ich nicht genau, wer von den beiden ich nun war. Vom Standpunkt des Babys aus wußte ich nicht, wer die junge Frau war, aber in ihrer Gegenwart fühlte ich mich geborgen. Aus der Sicht der Frau erkannte ich das Gefühl wieder, das ich so oft gehabt hatte, wenn ich meine Jungen im Arm gehalten und verwundert ihre zarten Gesichtszüge studiert hatte, so daß gegenseitige Abhängigkeit und Gewißheit sich festigten und das einzigartige Band zwischen Mutter und Kind schufen. Und als außenstehender Dritter dachte ich, daß diese junge Frau ich sein mußte. Sie hatte meine Nase und mein Lächeln.


__Wer weiter lesen möchte, mich ansprechen! __
14.1.07 17:57
 


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